Geschichte des Rommé: woher das Kartenspiel wirklich kommt

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Die Geschichte des Rommé lässt sich nicht auf einen Erfinder oder ein Jahr festnageln. Sicher ist: Das Spiel gehört zu einer großen Familie von Kartenspielen, bei denen man Karten zieht, ablegt und zu Gruppen und Folgen ordnet. Diese Familie ist im englischsprachigen Raum als Rummy bekannt geworden und Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA sehr populär gewesen. Von dort kam sie in verschiedenen Formen nach Europa. Wie die frühen Vorläufer zusammenhängen, ist unter Spielehistorikern bis heute umstritten. Hier steht, was gut belegt ist, und wo die Legenden anfangen.

Die Geschichte des Rommé beginnt mit einer offenen Frage

Viele Kartenspiele haben eine klare Spur: ein Regelbuch, eine Region, eine Zeit. Beim Rommé ist das anders. Es gibt mehrere Theorien, und keine ist wirklich bewiesen. Das liegt auch daran, dass Kartenspiele lange mündlich weitergegeben wurden. Man spielte, was die Eltern spielten, und schrieb es selten auf.

Zwei Spuren werden am häufigsten genannt.

Spur 1: Conquian aus Mexiko

Die verbreitetste Theorie führt zu Conquian, einem Spiel, das mit dem spanischen Blatt von 40 Karten gespielt wurde und in Mexiko und im Südwesten der USA bekannt war. Bei Conquian zieht man Karten und bildet Kombinationen aus gleichen Werten oder Folgen, genau wie beim Rommé. Der britische Spielehistoriker David Parlett hält Conquian für den Vorfahren der Rommé-Familie und datiert erste Belege ins 19. Jahrhundert. Andere Quellen setzen das Spiel später an.

Spur 2: Chinesische Kartenspiele und Mahjong

Die zweite Spur führt nach Asien. In China gab es schon im 19. Jahrhundert, vielleicht früher, Kartenspiele, bei denen man zog, ablegte und Gruppen bildete. Dasselbe Prinzip steckt im Mahjong, das mit Steinen gespielt wird. Ein chinesisches Kartenspiel wurde Ende des 19. Jahrhunderts in England unter dem Namen Khanhoo beschrieben und für westliche Karten angepasst. Manche sehen darin den Weg, über den das Prinzip nach Europa und Amerika kam. Parlett hält Conquian und Khanhoo für eng verwandt.

Welche Spur stimmt, oder ob beide zusammengehören, lässt sich heute nicht sicher sagen. Für den Spieltisch ist es auch nicht entscheidend. Interessant ist, dass das Grundprinzip offenbar an verschiedenen Orten funktioniert hat.

Rummy in den USA

Gut belegt ist, dass Spiele unter dem Namen Rummy Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA weit verbreitet waren. Aus dieser Zeit stammen viele der Varianten, die wir heute kennen, darunter Gin Rummy. Über dessen genaue Erfindung kursieren Geschichten mit konkreten Namen und Jahreszahlen, sie lassen sich aber nicht zuverlässig belegen. Sicher ist, dass Gin Rummy in den Jahrzehnten danach in den USA sehr beliebt wurde.

Woher kommt der Name?

Auch beim Namen gibt es keine sichere Antwort. Häufig genannt werden:

  • Das britische Umgangswort „rum“ für merkwürdig oder seltsam.
  • Eine Verbindung zu einem älteren Spiel namens Rum Poker.
  • Der Schnaps Rum, etwa weil der Verlierer die nächste Runde zahlte.

Keine dieser Erklärungen ist bewiesen, und man sollte jeder Seite misstrauen, die eine davon als Tatsache verkauft. Die erste wird am häufigsten genannt, aber das macht sie noch nicht richtig. Beim Gin Rummy liegt das Wortspiel mit dem Schnaps Gin dagegen ziemlich nahe.

Wie Rommé nach Deutschland kam

Wann genau Rommé im deutschsprachigen Raum ankam, ist nicht gut dokumentiert. Fest steht, dass es im 20. Jahrhundert zu einem der beliebtesten Familienkartenspiele in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde. Der Name verrät die Herkunft aus dem Englischen. Die Schreibweise „Rommé“ mit Akzent sieht französisch aus, ist aber eine deutsche Form. Im Französischen heißt das Spiel Rami. Daneben liest man auch „Rommee“ oder einfach „Rummy“.

Typisch für die deutsche Form sind zwei Dinge, die man so nicht überall findet. Erstens die Hürde für das erste Auslegen, meist 40 Punkte. Zweitens das Hand-Rommé, bei dem ein Spieler alle Karten auf einmal auslegt und die anderen doppelt zahlen. Beides ist in vielen Familien so selbstverständlich, dass man erst im Urlaub merkt, dass andere Länder anders spielen. In Frankreich liegt die Hürde meist bei 51 Punkten, in Italien beim Scala 40 bei 40. Mehr dazu in den Rommé Varianten.

Die Regeln wurden lange in Familien weitergegeben, nicht in einem gemeinsamen Regelbuch. Deshalb gibt es bis heute so viele Hausregeln. Die eine Familie spielt mit 30 Punkten, die andere mit 40, die dritte lässt den Joker nur tauschen, wenn man ihn sofort wieder auslegt. Das ist kein Durcheinander, sondern die Folge davon, dass Rommé ein Volksspiel ist. Die gängigen Rommé Regeln mit ihren wichtigsten Abweichungen stehen in den Rommé Regeln.

Die große Familie

Aus dem Grundprinzip ist eine ganze Reihe von Spielen entstanden, die heute als eigene Spiele gelten:

  • Gin Rummy: das Duell für zwei, ohne Auslegen während der Runde. Im Vergleich Gin Rommé Regeln erklärt.
  • Canasta: in Südamerika entstanden, mit Teams und Sätzen aus sieben Karten. Um die Mitte des 20. Jahrhunderts erlebte es einen großen Boom.
  • Rummikub: das Spiel mit Zahlensteinen, bei dem man den Tisch umbauen darf. In Deutschland 1980 Spiel des Jahres.
  • Scala 40, Rami, Chinchón, Indian Rummy: regionale Formen in Italien, Frankreich, Spanien und Indien.

Dass so viele Länder ihre eigene Version haben, spricht dafür, wie gut das Grundprinzip funktioniert. Ziehen, ordnen, ablegen: Das versteht man in fünf Minuten, und man lernt es ein Leben lang nicht aus.

Vom Küchentisch aufs Handy

Seit es Computer gibt, gibt es Rommé am Bildschirm. Online-Versionen haben einiges vereinheitlicht, weil eine Software nun einmal eine einzige Regel braucht. Viele verzichten auf die 40-Punkte-Hürde, damit neue Spieler schneller ins Spiel kommen.

So machen wir es auch in Café Rummy: Eine einzige Kombination genügt zum ersten Auslegen, ein getauschter Joker muss im selben Zug wieder auf den Tisch, und ein Joker darf nur als letzte Karte zum Gewinnen abgeworfen werden. Das ist nicht „das richtige“ Rommé, so wenig wie die Regeln deiner Großmutter falsch sind. Es ist eine klare Fassung für das Spiel am Handy. Die Details stehen auf der Spielregeln-Seite.

Was sich nicht ändert, ist der Grund, warum Menschen Rommé spielen: Man sitzt zusammen, redet nebenbei und ärgert sich gemeinsam über den Joker, den der Nachbar gerade geholt hat. Wenn dieser Nachbar inzwischen in einer anderen Stadt wohnt, hilft Rommé online mit Freunden.

Häufige Fragen

Wer hat Rommé erfunden?

Einen Erfinder gibt es nicht. Rommé ist über lange Zeit aus älteren Zieh-und-Ablege-Spielen entstanden, und die genaue Entwicklung ist nicht sicher geklärt.

Warum schreibt man Rommé mit Akzent?

Die Schreibweise sieht französisch aus, ist aber eine deutsche Form des englischen Wortes Rummy. Im Französischen selbst heißt das Spiel Rami.

Ist Rommé älter als Gin Rommé?

Gin Rommé gilt als Weiterentwicklung des einfachen Rummy aus den USA und ist damit jünger als die Grundform. Die Ursprünge beider lassen sich aber nicht auf ein genaues Jahr festlegen.

Hat Rommé etwas mit Mahjong zu tun?

Das Prinzip ist verwandt: ziehen, ablegen und Gruppen bilden. Ob es eine direkte Verbindung gibt, ist unter Spielehistorikern umstritten.