Rommé Varianten: von Hand-Rommé bis Rummikub und Scala 40
Rommé Varianten gibt es fast so viele wie Spielrunden. Gemeinsam ist allen das Grundprinzip: Karten ziehen, Kombinationen aus gleichen Werten oder aufeinanderfolgenden Karten bilden und eine Karte abwerfen. Unterschiede gibt es bei der Zahl der Karten, bei der Hürde für das erste Auslegen, bei der Wertung und daran, ob man in Teams spielt. Hier sind die Varianten, denen man im deutschsprachigen Raum am ehesten begegnet, und ein paar aus anderen Ländern, die man kennen sollte.
Die wichtigsten Rommé Varianten im Vergleich
| Variante | Karten | Handkarten | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Klassisches Rommé | 2 × 52 + Joker | 13 | Erstes Auslegen meist mit 40 Punkten |
| Hand-Rommé | wie Rommé | 13 | Alles in einem Zug auslegen, doppelte Minuspunkte |
| Gin Rommé | 52, ohne Joker | 10 | Zu zweit, man „klopft“ statt auszulegen |
| Canasta | 2 × 52 + 4 Joker | meist 11 oder 15 | Teams, Punkte für Auslagen, Canastas aus sieben Karten |
| Rummikub | Zahlensteine | 14 | Tisch darf frei umgebaut werden |
| Scala 40 (Italien) | 2 × 52 + Joker | 13 | Erstes Auslegen mit 40 Punkten |
| Rami (Frankreich) | 2 × 52 + Joker | 13 oder 14 | Erstes Auslegen meist mit 51 Punkten |
| Indian Rummy | 2 × 52 + Joker | 13 | Mindestens eine Folge ohne Joker zum Ausmachen |
| Chinchón (Spanien) | spanisches Blatt | 7 | Kurze Runden, Ausmachen mit kleinem Rest |
Die Angaben sind die verbreiteten Grundformen. Bei jeder dieser Varianten gibt es regionale und familiäre Abweichungen.
Varianten des deutschen Rommé
Klassisches Rommé
Das, was in Deutschland, Österreich und der Schweiz meist einfach Rommé heißt: zwei Blätter, sechs Joker, 13 Karten pro Spieler, Minuspunkte für die Restkarten. Die vollständigen Regeln stehen in den Rommé Regeln. Schon innerhalb dieser einen Variante unterscheiden sich die Runden bei der Mindestpunktzahl, beim Jokertausch und bei der Ablagekarte.
Hand-Rommé
Hand-Rommé ist streng genommen keine eigene Variante, sondern ein besonderer Ausgang einer Runde. Ein Spieler legt alle Karten in einem einzigen Zug aus, ohne vorher etwas ausgelegt zu haben. Die anderen zahlen dafür meist doppelt. Es gibt aber Runden, die das zur Pflicht machen: Dort darf überhaupt nur ausgelegt werden, wer alles auf einmal loswird. Das ist ein deutlich langsameres, sehr taktisches Spiel, in dem der Ablagestapel noch wichtiger wird.
Rommé ohne Mindestpunktzahl
Viele Online-Versionen und entspannte Familienrunden verzichten auf die 40-Punkte-Hürde. Eine gültige Kombination reicht zum Eröffnen. So spielen wir auch in Café Rummy, die Details stehen auf der Spielregeln-Seite. Warum das die Taktik verändert, erklärt der Artikel über das Rommé auslegen mit 40 Punkten.
Gin Rommé
Gin Rommé ist die bekannteste Variante für zwei Personen und spielt sich ganz anders. Jeder hat zehn Karten, gespielt wird mit einem einzigen Blatt ohne Joker, und niemand legt während der Runde aus. Stattdessen sammelt man seine Kombinationen auf der Hand und „klopft“, sobald die Karten, die in keine Kombination passen, zusammen höchstens 10 Punkte wert sind. Dann wird abgerechnet. Alles dazu im Vergleich Gin Rommé Regeln.
Canasta
Canasta wird üblicherweise zur Rommé-Familie gezählt, fühlt sich aber an wie ein eigenes Spiel. Meist spielen zwei Teams zu zweit gegeneinander, mit zwei Blättern und vier Jokern. Man legt fast nur Sätze aus, keine Folgen, und das Ziel ist eine Canasta: ein Satz aus mindestens sieben Karten. Die Zweien sind ebenfalls wild, und die roten Dreien bringen Bonuspunkte. Gewertet werden vor allem die ausgelegten Karten, also Pluspunkte statt Minuspunkte. Canasta stammt aus Südamerika, verbreitet wird Uruguay als Herkunftsland genannt, und erlebte um die Mitte des 20. Jahrhunderts einen regelrechten Boom. In vielen Familien wird es bis heute gespielt.
Rummikub
Rummikub kennen viele aus der Kindheit. Statt Karten gibt es Zahlensteine von 1 bis 13 in vier Farben, jeweils doppelt, dazu zwei Joker. Jeder bekommt 14 Steine, das erste Auslegen verlangt meist 30 Punkte. Der große Unterschied zum Rommé: Die Steine auf dem Tisch gehören allen, und man darf sie beliebig umbauen, solange am Ende des Zugs alles gültige Reihen und Gruppen ergibt. Das macht Rummikub zu einem Puzzle, bei dem man manchmal minutenlang auf den Tisch starrt. In Deutschland wurde es 1980 zum Spiel des Jahres gewählt.
Ein ähnliches Steinspiel ist Okey, das vor allem in der Türkei und in türkischen Familien in Deutschland verbreitet ist. Es hat eigene Regeln, beruht aber auf demselben Grundgedanken von Reihen und Gruppen.
Rommé in anderen Ländern
Scala 40 (Italien)
In Italien ist Scala 40 eine der bekanntesten Rommé-Formen. Der Name sagt es schon: Wer zum ersten Mal auslegt, braucht mindestens 40 Punkte. Damit ist Scala 40 dem deutschen Rommé erstaunlich nah. Es gibt aber eigene Feinheiten bei der Ablagekarte und der Wertung, und Italien kennt daneben weitere Ramino-Varianten.
Rami (Frankreich)
Das französische Rami ist im Kern dasselbe Spiel wie unser Rommé. Am auffälligsten ist die Grenze für das erste Auslegen, die meist bei 51 Punkten liegt. Wer mit französischen Freunden spielt und bei 40 auslegt, wird freundlich, aber bestimmt zurückgepfiffen.
Indian Rummy
In Indien ist eine Variante mit 13 Karten sehr verbreitet, die viel online gespielt wird. Um auszumachen, braucht man mindestens zwei Folgen, und eine davon muss eine „reine“ Folge ohne Joker sein. Zusätzlich wird oft eine Karte als zweiter Joker gezogen, sodass alle Karten dieses Rangs ebenfalls wild sind.
Chinchón (Spanien)
Chinchón wird mit dem spanischen Blatt gespielt, das andere Farben und weniger Karten hat. Jeder hat nur sieben Karten, die Runden sind kurz. Man macht aus, wenn der Rest der Karten, die in keine Kombination passen, klein genug ist, ähnlich wie beim Klopfen im Gin Rommé. Ein „Chinchón“, also eine Folge aus allen sieben Karten derselben Farbe, gewinnt in vielen Runden gleich die ganze Partie.
Contract Rummy
Im englischsprachigen Raum gibt es Varianten, bei denen jede Runde einen festen „Vertrag“ hat: In der ersten Runde muss man etwa zwei Sätze auslegen, in der nächsten einen Satz und eine Folge, und so weiter. Je nach Region heißen sie Contract Rummy, Shanghai oder anders. Das Prinzip ist reizvoll, weil sich die Aufgabe ständig ändert.
Welche Variante passt zu wem?
- Zum Kennenlernen: klassisches Rommé, gern ohne Mindestpunktzahl.
- Zu zweit am Abend: Gin Rommé oder Rommé zu zweit. Mehr dazu unter Rommé zu zweit.
- Für vier Personen, die Teamspiel mögen: Canasta.
- Für Tüftler und Kinder: Rummikub.
- Mit Freunden aus dem Ausland: vorher die Grenze für das erste Auslegen klären.
Ich persönlich komme immer wieder zum klassischen Rommé zurück, weil es die beste Mischung aus Glück und Planung hat. Wer wissen will, wie diese ganze Familie entstanden ist, liest weiter bei der Geschichte des Rommé.
Häufige Fragen
Ist Rummikub eine Rommé-Variante?
Rummikub folgt dem Rommé-Prinzip mit Folgen und Gruppen, wird aber mit Zahlensteinen gespielt. Der große Unterschied ist, dass man die Steine auf dem Tisch frei umbauen darf.
Gehört Canasta zur Rommé-Familie?
Ja, Canasta wird üblicherweise zu den Rommé-Spielen gezählt. Man legt Sätze aus und zieht und wirft ab wie beim Rommé, spielt aber meist in Teams und auf Punkte für die Auslagen.
Welche Rommé-Variante ist für Anfänger am leichtesten?
Klassisches Rommé ohne Mindestpunktzahl beim Auslegen. Gin Rommé ist ebenfalls schnell gelernt, verlangt aber mehr Rechnen beim Klopfen.
Was ist der Unterschied zwischen Rommé und Rami?
Im Kern spielen beide gleich. Beim französischen Rami liegt die Hürde für das erste Auslegen meist bei 51 Punkten statt der in Deutschland üblichen 40.