Gin Rommé Regeln: Klopfen, Gin und die Unterschiede zum Rommé

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Die Gin Rommé Regeln in Kürze: Zwei Spieler bekommen je zehn Karten aus einem Blatt mit 52 Karten, ohne Joker. Wer am Zug ist, zieht eine Karte und wirft eine ab, ausgelegt wird während der Runde nichts. Sind die Karten, die in keine Kombination passen, zusammen höchstens 10 Punkte wert, darf man „klopfen“ und die Runde beenden. Wer gar keine losen Karten mehr hat, ruft „Gin“ und bekommt einen Bonus. Mit dem klassischen Rommé hat das die Sätze und Folgen gemeinsam, aber das Tempo und die Rechnerei sind ganz anders.

Gin Rommé und Rommé: die Unterschiede

Rommé Gin Rommé
Spieler 2 bis 6 2
Karten 2 × 52 + Joker 1 × 52, keine Joker
Handkarten 13 10
Auslegen Während der Runde Erst am Ende
Rundenende Letzte Karte abgeworfen Klopfen oder Gin
Ass Unten oder oben Nur unten, zählt 1
Wertung Minuspunkte für Restkarten Differenz der losen Karten, Bonusse

Der wichtigste Unterschied steckt in der vierten Zeile. Beim Rommé baut man seine Kombinationen auf dem Tisch, und alle sehen, wo es hingeht. Beim Gin Rommé bleibt alles auf der Hand, bis jemand klopft. Das macht das Spiel stiller und rechnerischer, man bekommt nur über die Ablage mit, was der andere sammelt.

Die Gin Rommé Regeln Schritt für Schritt

Geben

Jeder Spieler bekommt zehn Karten. Der Rest kommt als verdeckter Stapel in die Mitte, die oberste Karte wird aufgedeckt und beginnt den Ablagestapel.

Für den ersten Zug gibt es eine kleine Besonderheit: Der Spieler, der nicht gegeben hat, darf die aufgedeckte Karte nehmen. Will er sie nicht, darf der Geber sie nehmen. Will sie keiner, zieht der Nichtgeber vom Stapel, und das Spiel läuft normal.

Ein Zug

  1. Eine Karte ziehen, entweder vom verdeckten Stapel oder die oberste vom Ablagestapel.
  2. Eine Karte abwerfen. Eine gerade vom Ablagestapel genommene Karte darf man nach den üblichen Regeln nicht sofort wieder abwerfen.

Das war es. Kein Auslegen, kein Anlegen.

Kombinationen

Wie beim Rommé gibt es Sätze und Folgen:

  • Satz: drei oder vier Karten gleichen Werts, zum Beispiel 8♠ 8♥ 8♣.
  • Folge: mindestens drei aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe, zum Beispiel 4♦ 5♦ 6♦ 7♦.

Weil nur ein Blatt im Spiel ist, gibt es jede Karte genau einmal. Das Ass ist immer die niedrigste Karte: A♣ 2♣ 3♣ geht, D♣ K♣ A♣ nicht.

Die losen Karten

Alles, was in keine Kombination passt, heißt auf Englisch „deadwood“, im Deutschen sagen viele einfach lose Karten oder Restkarten. Ihr Wert:

Karte Punkte
Ass 1
2 bis 10 Augenzahl
Bube, Dame, König 10

Ein Ass kostet hier also nur 1 Punkt, ganz anders als beim Rommé, wo es auf der Hand mit 11 zu Buche schlägt.

Klopfen

Sobald deine losen Karten zusammen 10 Punkte oder weniger ergeben, darfst du nach dem Ziehen klopfen. Du wirfst eine Karte verdeckt ab, legst deine Hand offen hin, geordnet nach Kombinationen und losen Karten, und die Runde ist vorbei.

Ein Beispiel. Deine zehn Karten nach dem Abwurf:

5♠ 6♠ 7♠ · K♥ K♦ K♣ · 9♣ 10♣ B♣ · 3♦

Drei Kombinationen, eine lose 3♦. Das sind 3 Punkte, du darfst klopfen.

Anlegen nach dem Klopfen

Jetzt legt auch der Gegner seine Hand offen hin. Er darf seine losen Karten an deine Kombinationen anlegen, wo sie passen. Hat er etwa eine 8♠ und eine D♣, legt er die 8♠ an 5♠ 6♠ 7♠ und die D♣ an 9♣ 10♣ B♣. Diese Karten zählen dann nicht mehr gegen ihn. Danach werden die losen Karten beider Spieler verglichen.

Wertung nach dem Klopfen

  • Hat der Klopfende weniger lose Punkte, bekommt er die Differenz gutgeschrieben.
  • Hat der Gegner gleich viele oder weniger, hat er „unterboten“. Dann bekommt er die Differenz plus einen Bonus, nach den meisten Regeln 25 Punkte, in manchen Runden 10 oder 20.

Unterboten zu werden ist das Risiko des frühen Klopfens. Wer mit 9 losen Punkten klopft, lädt den Gegner dazu ein.

Gin

Hast du nach dem Ziehen gar keine losen Karten mehr, alle zehn Karten passen in Kombinationen, rufst du „Gin“. Du bekommst die gesamten losen Punkte des Gegners plus einen Gin-Bonus, nach den meisten Regeln 25 Punkte, manchmal 20. Bei Gin darf der Gegner nicht anlegen, und er kann dich auch nicht unterbieten.

Ob man auf Gin warten sollte, statt bei 6 oder 7 Punkten zu klopfen, ist die eigentliche Kunst des Spiels. Meine Erfahrung: Früh in der Runde lohnt sich frühes Klopfen fast immer, weil der Gegner noch viele lose Karten hat. Spät in der Runde, wenn er offensichtlich fast fertig ist, wird das Unterbieten wahrscheinlicher, und dann ist Gin den Versuch wert.

Die Partie

Eine Partie geht meist bis 100 Punkte. Wer zuerst dort ist, bekommt einen Bonus für das Spiel, verbreitet sind 100 Punkte, dazu oft einen kleinen Bonus für jede gewonnene Runde. Die genauen Zahlen unterscheiden sich je nach Regelbuch und Runde, also vorher absprechen.

Wird der Stapel so klein, dass nur noch zwei Karten übrig sind, und niemand hat geklopft, wird die Runde nach den gängigen Regeln ohne Wertung abgebrochen.

Was Rommé-Spieler beim Gin umstellen müssen

Wer vom Rommé kommt, stolpert über drei Dinge:

  1. Nichts auslegen. Der Reflex, eine fertige Folge auf den Tisch zu legen, ist stark. Beim Gin bleibt sie auf der Hand.
  2. Das Ass ist billig. Beim Rommé wirft man das einzelne Ass gern früh ab. Beim Gin kostet es nur 1 Punkt und darf ruhig bleiben.
  3. Die Ablage ist alles. Ohne Auslagen ist der Ablagestapel die einzige Information. Was der Gegner aufnimmt und was er liegen lässt, verrät seine Hand.

Andersherum gilt: Wer Gin gut spielt, wird auch im Rommé besser, weil er gelernt hat, die Ablage zu lesen. Mehr dazu in den Rommé Tipps.

Rommé zu zweit statt Gin?

Gin Rommé ist nicht die einzige Option für zwei. Auch das klassische Rommé funktioniert zu zweit sehr gut, mit 13 Karten, Jokern und Auslagen auf dem Tisch. Das ist geselliger und weniger rechnerisch. Wie es zu zweit läuft, erklärt Rommé zu zweit. Café Rummy spielt übrigens klassisches Rommé, kein Gin. Unsere Regeln stehen auf der Spielregeln-Seite, die Grundlagen des klassischen Spiels in den Rommé Regeln, und weitere Verwandte findest du unter Rommé Varianten.

Häufige Fragen

Kann man Gin Rommé zu dritt spielen?

Gin Rommé ist ein Spiel für zwei. Zu dritt oder zu viert spielt man meist in wechselnden Duellen oder in Teams, deren Ergebnisse zusammengezählt werden.

Gibt es beim Gin Rommé Joker?

In der Standardform nicht. Es gibt Hausregeln mit einem oder zwei Jokern, die verändern das Spiel aber deutlich.

Darf das Ass beim Gin Rommé hinter dem König liegen?

Nach den üblichen Regeln nicht. Das Ass ist immer die niedrigste Karte, zählt 1 Punkt und steht nur in Folgen wie A, 2, 3.

Was passiert, wenn der Stapel beim Gin Rommé aufgebraucht ist?

Sind nur noch zwei Karten im Stapel und niemand hat geklopft, wird die Runde nach den gängigen Regeln ohne Wertung abgebrochen und neu gegeben.