Rommé Punkte zählen: Kartenwerte, Minuspunkte und Spielliste
Beim Rommé Punkte zählen geht es fast immer um Minuspunkte. Sobald ein Spieler seine letzte Karte abgeworfen hat, addieren alle anderen die Werte ihrer Handkarten: 2 bis 10 nach Augenzahl, Bube, Dame und König je 10, das Ass 11 und der Joker meist 20. Diese Summe kommt auf die Liste. Wer am Ende des Abends die wenigsten Minuspunkte hat, gewinnt. Klingt einfach, und es ist auch einfach, bis jemand fragt, ob das Ass in A♠ 2♠ 3♠ nun 1 oder 11 zählt.
Die Kartenwerte beim Rommé
Es gibt zwei Momente, in denen gezählt wird: beim ersten Auslegen, wenn deine Runde eine Mindestpunktzahl verlangt, und am Ende der Runde für die Minuspunkte. Die Werte sind fast dieselben, mit zwei Ausnahmen beim Ass und beim Joker.
| Karte | Beim ersten Auslegen | Am Ende auf der Hand |
|---|---|---|
| 2 bis 10 | Augenzahl | Augenzahl |
| Bube (B), Dame (D), König (K) | 10 | 10 |
Ass in A 2 3 |
oft 1 | 11 |
| Ass hinter dem König oder im Satz | 11 | 11 |
| Joker | Wert der ersetzten Karte | meist 20, in manchen Runden 25 oder 50 |
Bei den Werten der normalen Karten sind sich fast alle Runden einig. Beim Joker und beim tiefen Ass weniger. Klärt das, bevor gemischt wird.
Das Ass: 1 oder 11?
Liegt das Ass unten in einer Folge, A♥ 2♥ 3♥, ersetzt es praktisch eine Eins. Viele Spieler rechnen die Folge deshalb mit 1 + 2 + 3 = 6 Punkten. Hinter dem König, in D♥ K♥ A♥, zählt es 11, die Folge also 31. Im Satz A♠ A♥ A♦ zählt jedes Ass 11, zusammen 33. Andere Runden zählen das Ass immer 11, egal wo es liegt. Beides ist verbreitet.
Auf der Hand gibt es diese Diskussion nicht: Ein übrig gebliebenes Ass kostet 11 Punkte. Das macht Asse zu riskanten Karten. Sie passen in Sätze und an beide Enden von Folgen, aber wer zu lange auf das dritte Ass wartet, zahlt.
Der Joker beim Auslegen
Beim Auslegen ist der Joker so viel wert wie die Karte, die er vertritt. 9♣ Joker B♣ zählt 9 + 10 + 10 = 29, weil der Joker die Zehn spielt. In einem Satz Damen zählt er 10. Wer die 40 Punkte für das erste Auslegen knapp verfehlt, sollte also schauen, wo der Joker am meisten bringt. In Joker 3♦ 4♦ ist er eine Zwei oder eine Fünf, in D♦ K♦ Joker ein Ass mit 11.
Minuspunkte am Rundenende
Ist jemand fertig, legen alle anderen ihre Hand offen hin und zählen. Ein Beispiel mit drei Spielern:
- Anna hat ausgemacht: 0 Punkte.
- Bernd hält
K♠ D♥ 7♣ 7♦: 10 + 10 + 7 + 7 = 34. - Clara hält
Joker A♦ 4♠: 20 + 11 + 4 = 35.
Auffällig ist, dass Bernd zwei Siebenen hält, die mit einer dritten Sieben ein Satz geworden wären. Das hilft ihm jetzt nichts. Kombinationen auf der Hand zählen genauso wie lose Karten, solange sie nicht ausgelegt sind. Genau deshalb ist das zu lange Festhalten der teuerste Fehler im Rommé.
Hand-Rommé: doppelte Minuspunkte
Legt ein Spieler alle Karten in einem einzigen Zug aus, ohne vorher irgendetwas auf dem Tisch gehabt zu haben, ist das Hand-Rommé. In den meisten Runden zählen die Minuspunkte der anderen dann doppelt. Im Beispiel oben hätte Bernd 68 statt 34 und Clara 70 statt 35. Manche Familien verdoppeln nicht, sondern ziehen dem Gewinner einen Bonus ab, etwa 50 oder 100 Punkte von seinem bisherigen Stand. Auch hier: Absprache ist alles.
Und wer gar nicht ausgelegt hat?
Ein paar Runden bestrafen zusätzlich, wer am Ende noch kein einziges Mal ausgelegt hat, zum Beispiel mit einem Pauschalbetrag von 100 Punkten. Das soll verhindern, dass jemand die ganze Runde auf Hand-Rommé spekuliert. Ich mag die Regel nicht besonders, weil sie Pech doppelt bestraft, aber sie ist verbreitet genug, um sie zu erwähnen.
Die Spielliste führen
„Wer schreibt, der bleibt“, heißt es, und beim Rommé ist der Schreiber tatsächlich der wichtigste Mensch am Tisch. Ein sauberer Rommé-Block sieht so aus:
| Runde | Anna | Bernd | Clara |
|---|---|---|---|
| 1 | 0 | 34 | 35 |
| 2 | 27 | 0 | 12 |
| 3 | 70 | 14 | 0 |
| Summe | 97 | 48 | 47 |
Ein paar Tipps, die Streit sparen:
- Laufende Summe in einer zweiten Spalte oder in jeder dritten Runde. Dann sieht jeder, wo er steht, und Fehler fallen früh auf.
- Hand-Rommé markieren, etwa mit einem Kreis um die verdoppelte Zahl. So kann man später nachvollziehen, warum da plötzlich 140 steht.
- Zählen lassen, wer verloren hat. Jeder rechnet seine eigene Hand laut vor, die anderen schauen hin.
- Das Ende vorher festlegen. Zehn Runden, eine Stunde oder bis jemand 500 erreicht. Wer „noch eine“ sagt, wenn er gerade vorne liegt, macht sich keine Freunde.
Varianten mit Pluspunkten
Statt Minuspunkte zu sammeln, schreiben manche Runden dem Gewinner jeder Runde die Summe der anderen gut. Im ersten Beispiel bekäme Anna 69 Punkte, und gewonnen hat am Ende, wer die meisten hat. Rechnerisch kommt meist dieselbe Rangfolge heraus, es fühlt sich nur freundlicher an. Andere Runden zählen auch die ausgelegten Karten als Pluspunkte und ziehen die Handkarten ab. Das belohnt große Auslagen, macht die Abrechnung aber deutlich länger.
Wie Café Rummy zählt
In Café Rummy rechnet die App für dich, und es gibt eine einzige Wertung:
| Karte auf der Hand | Punkte |
|---|---|
| 2 bis 10 | Augenzahl |
| Bube, Dame, König | 10 |
| Ass | 11 |
| Joker | 25 |
In einer ausgelegten Kombination zählt ein tiefes Ass 1, ein hohes Ass oder ein Ass im Satz 11, und der Joker den Wert der Karte, die er spielt. Diese Werte entscheiden aber nicht über das erste Auslegen, denn bei uns genügt eine einzige gültige Kombination, ganz ohne Mindestpunktzahl. Mehr dazu im Artikel über das Auslegen mit 40 Punkten, wo wir den Unterschied zur Tradition erklären.
Eine Runde gewinnt in Café Rummy, wer seine letzte Karte abwirft. Damit sich keine Partie ewig zieht, ist eine Runde auf 120 Züge begrenzt. Ist diese Grenze erreicht, gewinnt die Hand mit den wenigsten Punkten. Einen Bonus für Hand-Rommé gibt es bei uns derzeit nicht. Die Regeln im Ganzen stehen auf der Spielregeln-Seite.
Was die Punkte über die Taktik sagen
Wer die Werte kennt, spielt anders. Drei Beobachtungen aus vielen Abenden:
Hohe Karten sind teuer und schwer loszuwerden, wenn keine Kombination daraus wird. Eine einsame Dame und ein einsamer König auf der Hand kosten 20 Punkte. Zwei einsame Dreien kosten 6. Wenn du zwischen zwei Karten wählst, die beide nichts werden, wirf die höhere ab.
Der Joker ist auf der Hand die teuerste Karte. Ihn bis zum Schluss zu halten, ist eine Wette darauf, dass niemand vor dir fertig wird. Mehr dazu in den Rommé Joker Regeln.
Gegen Ende einer Runde zählt jede Karte, die du noch loswirst. Wenn ein Gegner nur noch eine oder zwei Karten hat, leg aus, was geht, auch kleine Kombinationen, die du eigentlich noch ausbauen wolltest. Lieber 8 Minuspunkte als 45.
Die vollständigen Spielregeln, von der Vorbereitung bis zum letzten Abwurf, findest du in den Rommé Regeln.
Häufige Fragen
Wie viel ist ein Ass beim Rommé wert?
Auf der Hand zählt das Ass meist 11 Punkte. Beim Auslegen in der Folge A, 2, 3 rechnen viele Runden es nur mit 1 Punkt, hinter dem König mit 11.
Bekommt der Gewinner einer Rommé-Runde Pluspunkte?
In der klassischen Wertung nicht: Er schreibt eine Null, alle anderen ihre Minuspunkte. Manche Runden schreiben dem Gewinner die Summe der anderen gut, das ist aber Hausregel.
Bis wie viele Punkte spielt man Rommé?
Dafür gibt es keine feste Zahl. Verbreitet sind eine vereinbarte Anzahl Runden oder eine Grenze wie 500 oder 1000 Minuspunkte, bei der der Abend endet.
Zählen ausgelegte Karten am Ende mit?
In der üblichen deutschen Wertung nicht. Gezählt werden nur die Karten, die noch auf der Hand sind.